Fake News und die umstrittene Wirkung des geschriebenen Wortes

Das geschriebene Wort ist faszinierend und umstritten zugleich. Auch, wenn es in uns vielleicht unbewusst geschieht, möchten wir doch glauben, was wir in den sozialen Medien, in der Tageszeitung oder in Blog-Artikeln lesen. Doch viele nehmen sich einfach nicht die Zeit zum Hinterfragen. Denn es muss ja eine Bewandtnis haben, wenn es in der Zeitung publiziert oder von einer bekannten Person gesagt wurde. Fake News oder Falschmeldungen geben allen Grund zur Sorge, denn vor allem in wichtigen Phasen wie Wahlkämpfen und öffentlich vermeintlichen Bekenntnissen ist diese Art der Publikation von Informationen für die Kandidaten nicht förderlich.

Die Falschmeldung ist nicht neu

Die Falschmeldung ist keineswegs ein neues Phänomen. Jedoch sind die Kanäle und somit die Erreichbarkeit der Rezipienten durchaus vielschichtiger geworden. Denn während man sich früher meist auf die drei Medien – Fernsehen, Radio und Zeitung – beschränken musste, gibt es nunmehr eine Vielzahl an Plattformen und Kanälen, die die Erreichbarkeit von Personen unterschiedlichen Alters, kultureller Herkunft und sozialen Umfelds deutlich einfacher und gezielter macht.

Der Kampf gegen die Fake News

Die Zeit hat kürzlich darüber berichtet, wie in einer kleinen Stadt in Mazedonien Menschen ihr Geld mit Falschmeldungen verdient und dazu beigetragen haben, dass Frau Clintons Ruf im Wahlkampf nicht nur geschädigt, sondern Trump zum Präsidenten gewählt wurde. Einige der Nachrichten, die nicht der Wahrheit entsprachen, wurden auf Plattformen wie Facebook tausendfach geteilt und geklickt. Sie nahmen genau das Ausmaß an, das sie erreichen wollten, und das mit ausgedachten Worten, Geschichten. Es mag die Art von Umgang sein, die wir mit solchen Falschnachrichten haben. Denn die Brisanz hängt von der Verbreitung ab. Je häufiger ein Artikel geklickt wird, desto mehr bläst er sich auf und bekommt die Aufmerksamkeit, die ihm wahrscheinlich gar nicht zusteht. Problem sind diejenigen, die nicht hinterfragen, sondern liken und teilen. Denn stehen uns heute aufgrund der fortschreitenden Technik auch mehr Informationen zur Verfügung, um Fake News zu überprüfen. Demnach können im Vergleich mehr Kanäle genutzt werden und dadurch auch einige Informationen eingeholt werden. Dies war vor dem Zeitalter des Internets nicht möglich, was dazu führte, dass Informationen über die drei zuvor genannten Kanäle zur Kenntnis genommen, jedoch nicht ganz so einfach hätten überprüft werden können. Die Wirkung, die das geschriebene Wort auf uns Menschen hat, ist mit einer Distanz zu genießen, die manchen unweigerlich fehlt.