Dadaismus und die Folgen dieser Betrachtungsweise

Aufrütteln, schockieren und verunsichern. Der Dadaismus war vor allem eines – provokant. Denn mitten im Ersten Weltkrieg entstand Dada und das hatte Folgen für die Kunst und ihre Wirkungsweise. Nicht nur dreidimensionale Gegenstände und Bilder sollten entstehen, auch wurde das Kabarett von Dada beeinflusst.

New York, Zürich, Berlin, Hannover, Paris

Dada wirkte nicht nur in einer Stadt. Hugo Ball und Emmy Hennings führten im Cabaret Voltaire das auf, was sie aus dem machen konnten, das um sie herum geschah. Zusammen mit anderen inszenierten sie auf der Bühne ihr Verständnis, oder besser, ihre Haltung gegenüber dem, was sich vor der Tür der Cabaret Voltaire abspielte. Das war wirr, unverständlich und humorvoll. Diese Bewegung sprach sich gegen die nationalsozialistische Haltung und gegen Krieg aus. In New York wurde fast zeitgleich in der Galerie 291 die „Alarm Clock“ von Francis Picabia ausgestellt. Mit bekannten Künstlern wie Duchamp und Stieglitz bekam der Dadaismus sein Momentum. Das Ölgemälde von Duchamp, „Nude Descending a Staircase“ wurde in Paris 1912 ausgestellt. Ebenso wie das Gemälde von Duchamp legte auch Picabia die Grundidee für den Dadaismus in den Augen von Stieglitz. Die ersten Berührungen mit dem Dadaismus waren zu erkennen und doch war es die eindrucksvolle Darstellung von Duchamps „Fontäne“, die, nur noch als Foto von Stieglitz erhalten, vielen Besuchern im Kopf blieb.

Dadaismus und die Collage

Mit dem vermehrten Aufkommen von Werbung entstanden auch Collagen. George Grosz und John Heartfield halten ein Schild hoch, auf dem steht, dass die Kunst tot sei und die Maschinenkunst lang leben solle. Sie geben dem Betrachter allen Grund die Kunst zu hinterfragen. In Anbetracht dessen, dass sich bei dieser Kunstform der Rezipient aufgefordert fühlt, selbst zu entscheiden, was er oder sie als Kunst sieht und inwiefern sich diese auf ihn oder sie auswirkt, zeigt der Dadaismus eindrucksvoll, dass es vom Blickwinkel abhängt und der persönlichen Haltung.

Geht es um eine Fontäne oder etwas ganz anderes?

Wie man Duchamps „Fontäne“ verstehen möchte und als was man diese ansieht, ist von dem Betrachter beziehungsweise der Betrachterin abhängig. Ein Urinal, das als Kunstwerk angesehen wird, war jedoch der Gegenstand, den der Künstler ganz gezielt gewählt und somit zur Kunst erklärt hat. Diese Kunst nennt man auch Ready-Made, da das Objekt bereits besteht, es jedoch die Wahl des Künstlers war, dieses auszuwählen.